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Süßwasser - Garnele meine Aquarien
Von allen Seiten wurde immer behauptet, Garnelen züchten sei sehr schwer und kompliziert. Das war der Anstoß für mich es selbst mal zu probieren. Da mein Platz begrenzt ist, beschloss ich es mit einer kleinbleibenden Art zu versuchen. Das brachte mich auf die Art "Neocaridina". Da diese Art nach dem Schlüpfen kein Brackwasser benötigt, braucht man auch kein anderes Becken zur Aufzucht.
Der Händler von dem ich meine Garnelen bezog konnte mir keinen genauen lateinischen Namen sagen, da es eine Art war, die aus vielen Neocaridina-Arten gekreuzt war. Irgendwie sah jede etwas anders aus, von weiß, blau, gelb, rot, grün und farblos war alles dabei. Die meisten hatten aber das Aussehen von Rotrückengarnelen. Ich beschloss eine bunte Palette von ca. 40 Tieren mitzunehmen. Ausgewachsene Tiere sollte man nicht kaufen, da sie nur etwa 1 Jahr alt werden. Die Freude wäre also sehr kurz. Bei Jungtieren kann man das Geschlecht noch nicht erkennen, aus dem Grund lieber ein paar mehr kaufen um Weibchen und Männchen zu bekommen. Bei meinen 40 Stück war von jedem etwas dabei (große u. kleine). Nach dem Einsetzten ins Gemeinschaftsbecken (ca. 65l) musste ich echt suchen um eine zu finden. Nach 2-3 Tagen verlieren sie aber jede Scheu und kommen aus ihren Verstecken. Jetzt sieht man sie überall, wobei 40 Stück nicht groß auffallen in meinem Becken (viele Pflanzen zum Verstecken). Nach einer Woche lagen schon die ersten Häutungen im Kies. Das bedeutet, das sie beim Wachsen keine Probleme haben. Bei manchen Bedingungen können sich Garnelen nicht, bzw. nur schlecht häuten, was zum Tod führt. Garnelen fressen alles was sie finden. Hauptsächlich Futterreste, Kot, aber auch tote Fische und gelegentlich mal ein altes Laubblatt. Aber nie zu viele Blätter auf einmal ins Becken werfen, da sonst das Wasser sauer wird. Eier von anderen "Mitbewohnern" (Panzerwelsen) die an Scheiben und Pflanzen kleben, sowie junge Fische werden von ihnen jedoch nicht als Futter betrachtet, sondern 100% ignoriert. Sie sind also keine Gefahr. Geschlechter: Weibchen; Männchen; Weibchen mit Eiern Weibchen
Männchen
Weibchen mit Eiern
Nach 2-3 Wochen erkannte ich deutlich 10 Weibchen die hochträchtig waren. Kurz darauf wimmelte es überall von kleinen Garnelen. Man musste aber schon sehr genau hinsehen, da sie nur ca. 1 mm groß sind und sehr schnell. In 3 Wochen wachsen sie auf etwa 1 cm heran. In dieser Zeit krabbeln sie in jede Öffnung die sie finden können. Mit großer Sicherheit findet man sie im Filter wieder. Diesen sollte man deswegen lieber entfernen und dafür einen Filterschwamm benutzen. Die erwachsenen Tiere lagen bereits nach 2 Monaten tot am Beckenboden, wahrscheinlich sind sie an Altersschwäche gestorben. In der Zeit hatten sie aber für reichlich Nachwuchs gesorgt, schätzungsweise 200 Stück. Die Farbgebung war natürlich wieder schön durcheinander, wobei der Nachwuchs seine endgültige Färbung erst nach ungefähr 3 Monaten erhält. Am Anfang sehen alle gleich aus, mit kleinen Unterschieden. Was Garnelen überhaupt nicht vertragen ist Kupfer! Also, Kupferleitungen zum Befüllen vom Becken vermeiden, sonst könnte das schnell ein Aus für sie bedeuten. Auf Chemikalien zum Wasseraufbereiten würde ich ebenso verzichten. Außer natürlich Dein Wasser ist so schlecht, das nachgeholfen werden muss. Wenn die Wassertemperatur im Freien ca. 15°C beträgt, was meist im April geschieht, verlege ich die Unterkunft meiner Garnelen ins Außenbecken von ca. 250 Liter im Garten. So verbringen sie den ganzen Sommer im Freien. Die Sonne fördert das Algenwachstum im Becken, somit haben die Kleinen Futter im Überfluss und müssen kaum zusätzlich gefüttert werden. Das Zusatzfutter besteht bei mir meist aus Flockenfutter (der Abwechslung wegen). Eine zusätzliche Sauerstoffpumpe ist nur dann notwendig, wenn die Temperatur steigt. Also, je wärmer, um so mehr Sauerstoff muss zugeführt werden! Fällt die Temperatur unter 12°C müssen die Garnelen zurück ins Winterquartier im Haus. Ich habe festgestellt, das die Garnelen mit direkter Sonneneinstrahlung eine intensivere Färbung aufweisen, als die mit normaler Aquarienbeleuchtung. Als Schlusswort möchte ich sagen, das sich diese Garnelenart recht leicht nachziehen läßt. Sie sind ein Blickfang im Aquarium, anspruchslos und unterstützen die Beseitigung von Algen im Becken, außerdem eine schöne Ergänzung zu Fischen. Allen die jetzt Lust bekommen haben es selbst mal zu versuchen wünsche ich gute Zuchterfolge und lange viel Freude an den neuen "Mitbewohnern". |
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